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Warum Sara (16) trotz starker Verbrennungen wieder lachen kann

Sara ist 16 Jahre alt und lebt zusammen mit ihrer Mutter Vivian, einem älteren Bruder (18) und ihren zwei jüngeren Brüdern in der Nähe von Fihaonana, ca. 60 km nördlich von Antananarivo, mitten auf dem Land. Der Vater hat die Familie bereits seit über 10 Jahren verlassen.

Da Nehemia Madagasikara eine Außenstelle in Ampanataovana, ca. fünf Stunden Fußmarsch von Saras zu Hause, hat, haben wir die Familie kennen gelernt. Sie bearbeiten bereits seit über einem Jahr wöchentlich die Bibelhefte von Nehemia. So haben wir dann auch von Saras Schicksal erfahren. Im Jahr 2019 spielte die damals 13jährige unter dem Wohnzimmertisch mit ihren Geschwistern. Auf dem Tisch stand eine Öllampe, welche umkippte und durch das auslaufende Öl den Tisch und Sara in Brand setzte. Insbesondere die rechte Hälfte des Oberkörpers und der rechte Arm, fingen Feuer. Die Verbrennungen waren so schlimm, dass der rechte Arm beim Verheilen mit dem Oberkörper zusammengewachsen ist.

Die Familie hat schlichtweg die finanziellen Mittel nicht, um die Operation von Saras Arm zu bezahlen: Die fast blinde Mutter hat keine Arbeit und das eigene Haus wurde kurz vor dem Unfall von einem Zyklon zerstört. Die Operationsversuche des hiesigen Krankenhauses jedoch scheiterten und machten die Situation für Sara noch schlimmer. Sie verpasste zwei Jahre Schule und hatte Angst vor einer neuen Operation. Doch anstatt die Lebensfreude zu verlieren, zeigte sich Sara als fröhliches und dankbares Mädchen.


Durch finanzielle Zusagen aus dem Ausland konnten wir sie nun, drei Jahre nach dem Unfall, in Behandlung senden. Doch für so einen speziellen Fall wird ein Krankenhaus benötigt, welches vertrauenswürdige Ärzte beschäftigt und fachlich kompetent ist. Im ca. 500 km entfernten Mandritsara befindet sich eine solche Einrichtung, ein Baptistenspital, mit dem Nehemia Madagasikara bereits sehr gut zusammengearbeitet hat. Der Weg dorthin betrug mehr als 50 Stunden Busfahrt für teils sehr holprige Straßen. Die Flugzeugmissionsorganisation "MAF" (Mission Aviation Fellowship) half in diesem Fall, nach geglückter OP den Rücktransport von Sara und ihrer Mutter Vivian zu übernehmen, nachdem diese dort 8 Wochen verbracht hatten. Welch eine Erleichterung und welch ein besonderes Erlebnis für die beiden, mit dem Flugzeug nach Hause transportiert zu werden!



Nachdem die beiden in Antananarivo angekommen waren, haben wir sie wieder nach Hause begleitet und mit einem Team von Nehemia besucht. Bei der Ankunft gab es eine herzliche Begrüßung durch die gesamte Dorfgemeinschaft, die über die geglückte Operation von Sara gestaunt hat. Dabei konnte die Chance ergriffen werden, von der Arbeit von Nehemia und der MAF zu berichten und Gott für die Operation zu danken. Der Arbeitszweig der Bibelhefte von Nehemia wurde vorgestellt und stieß auf Interesse der Dorfbewohner. Der Bürgermeister des kleinen Dorfes hat sich noch einmal explizit für diese außergewöhnliche Zusammenarbeit bedankt und erklärt, wie froh er sei, dass der Familie geholfen wurde. Zum Abschluss gab es noch eine kleine Tanzeinlage von vier jungen Frauen. Eine davon war Sara, die ihren Arm nun wieder bewegen und zur Tanzgruppe Anschluss finden kann.




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